… und zwar hier!

  • Webcam girl

    Ansich noch nich fertig und recht brisant, aber ich hau raus was muss:


    20.000 Zuschauer, du machst, was einer will,
    er bezahlt dafür, doch dein Herz bleibt still.
    Du lächelst für den Stream, doch es fühlt sich nicht echt an
    du willst den Glanz, doch verlierst dich jeden Tag dann.

    Pixel für Pixel, du baust dir ein Bild,
    doch was du da zeigst, ist nicht immer, was du fühlst.
    Geld im Blick, Applaus im Chat,
    doch keiner sieht, wie viel die Maske dir kaputtgemacht hat.

    Du spielst eine Rolle, Tag für Tag,
    weil der Hunger dich weiterzieht und fragt:
    Wer bist du, wenn die Kamera mal aus ist?
    Wenn keiner klatscht und keiner dein Gesicht mehr kauft wie ein Outfit?

    Designer am Körper, doch innen ist’s leer,
    du wolltest mehr vom Leben, doch das Mehr will immer mehr.
    Alle wollen nehmen, keiner fragt, was es kostet,
    und jeder neue Klick macht dein echtes Ich ein Stück mehr rostig.

    Du suchst nach Wärme in ’nem kalten System,
    doch je mehr du gibst, desto mehr musst du auch gehen.
    Virtuelles Geld, virtuelle Welt,
    aber echte Nähe ist das, was am Ende wirklich zählt.

    Er bezahlt dafür, ja, doch das ist nicht Liebe,
    es ist nur der Preis für Momente im Scheinwerferlicht geblieben.
    Und während die Zahlen auf dem Screen nach oben gehen,
    bleibt die Frage im Raum: Wer wird dich wirklich sehen?

    20.000 Zuschauer, du machst, was einer will,
    er bezahlt dafür, doch dein Herz bleibt still.
    Du lächelst für den Stream, doch es fühlt sich nicht echt an,
    du willst den Glanz, doch verlierst dich jeden Tag dann.

    Doch ich liebe dich, nur ich!

  • Alltag

    Diesen Text habe ich neulich überarbeitet. Die Rohversion ist ungefähr so aus 1996:

    Jeden Morgen steh ich auf.
    Derselbe Raum, dieselben Dinge.
    Alles steht still, so wie es immer steht.

    Und ich frag mich:
    Was will dieser neue Tag von mir?
    Nichts. Gar nichts.
    Denn er ist wie alle anderen.

    Doch ich – ich will was vom Leben.
    Oder? Weiß ich’s noch?
    Dieses Leben, das für so viele
    nur Alltag ist.

    Routine. Schleife. Repeat.

    Ich sage mir: Ich erwarte nichts.
    Aber tief drin hoff’ ich noch, träume noch
    von irgendwas, das größer ist als Tage,
    größer als Müssen, größer als Funktionieren.

    Und trotzdem – da ist er. Der Alltag.
    Lautlos. Unerschütterlich.
    Ein Zeuge unserer Zeit.

    Er wohnt in uns, fragt nicht, hört nicht hin.
    Und wenn er doch mal fragt, dann leise:
    Was willst du aus deinem Leben machen?

    Und ich sag: Keine Ahnung, Mann.
    Mein Leben, so wertvoll, so echt,
    hat nichts mit Alltag zu tun.
    Aber er zerfrisst es. Tag für Tag.

    Was tun wir dagegen? Nichts.
    Wir leben. Wir träumen.
    Und träumen weiter –
    von einem Leben ohne Alltag.

    War jetzt zu faul ein Foto rauszusuchen oder zu generieren. Frage mich gerade, ob es immer ein Foto braucht für einen Text…?

  • Sonnenuntergang

    Sonnenuntergang

    Diesmal ganz kurz (der Text unten zumindest) und mit Foto von mir. Im Dez 2024 in Goa war mein Gefühl: I don´t know anything! Dabei dachte ich, dass ich als alter Sack mit zwei akademischen Abschlüssen und viel Lebenserfahrung schon alles wissen müsste. Was ich derzeit weiß und fühle ist das Folgende.

    Los geht´s:

    Mein Schatz ist nicht der Sonnenuntergang
    nicht dieses Gold, das jeder haben kann
    Ich wart nur drauf, dass dieser Tag zerbricht
    weil Stille bleibt, wenn nichts mehr sprechen muss
    Und wenn das Licht langsam untergeht
    weiß ich nur: ich hab’s heut geschafft
    kein Zauber, kein Frieden, kein großer Sinn
    nur ein Tag weniger, ohne Antwort…
    Ohne Fragen.

  • Alles gut!

    Alles gut!

    Dieser Text ist aus einem Chat mit einer liebenswerten Person entstanden, die sich selbst leider nicht liebenswert findet. Zitat: „Ist ja klar das jeder mich hasst. ADHS Kickt… keine Ahnung. Wollte nochmal raus. Hab ja niemand zum spazieren. Hm sage immer alles gut, bin trotzdem am Ende. Und will leben und doch brauche ich das gerade. Bin doch frei, bin viel zu privilegiert.“

    Ist ja klar, dass jeder mich hasst
    ADHS kickt, keine Ahnung, was passt
    Wollte raus heut Nacht, allein um acht
    Keiner da, der mit mir spaziert und lacht

    Sag immer: „Alles gut, kein Stress“
    Doch innerlich zerreiß ich mich im Kreis

    Ich will leben, weiß aber nicht wie
    Zwischen lautem Kopf und innerer Ironie
    Zu privilegiert, fühl mich klein dabei
    Herz sucht Liebe still, und ich wein´

    Tu stark, als wär ich ok und fit
    Puls rast schon, wenn ich nur aufsteh’ – shit
    Schreib „Passt schon“, obwohl nix passt
    Kann’s nicht fassen, was mich fertig macht

    Manchmal Hölle, manchmal Himmel für mich
    Fühl alles zu stark, dreh mich nicht weg
    Bin nicht nur Beobachter, ich steh mitten im Licht
    Brennt’s oder blendet’s – es trifft immer mich

    Ich will leben, weiß nicht wie
    Zwischen Himmel und Hölle, irgendwie
    Bin viel zu privilegiert, doch bleib ich hier
    Und mein Herz sucht still nach Liebe – in mir

  • Barbier poliert

    Barbier poliert

    Einfach nur mal gelauscht, während ich beim Barber saß:

    Ich sitz beim Barber, Spiegel glänzt wie frisch poliert,
    links von mir ein Typ mit Haarspray-Aura, ungeniert.  
    „Wie geht’s dir, Bruder?“ fragt der Barbier, routiniert,  
    „Ich hab’ viel zu tun“ – die Antwort, wie programmiert.  

    Der Typ schaut’s Handy an wie’n VIP,  
    spricht von Stress, als wär’s ein Exklusiv-Abo, cheap.  
    Der Barber schneidet, schweigt und nickt,  
    bis einer fragt, wer hier eigentlich wen bespiegelt, geschickt.  

    Wir sagen: „Alles gut“, doch keiner meint’s,  
    wir tragen Stress wie’n Accessoire, vereint.  
    Viel zu tun, doch innerlich leer,  
    unsre Floskeln glänzen – doch fühlen nix mehr.  

    Er macht gleich Schluss, ’ne Stunde Schreibkram noch,  
    der Barber bleibt, bis Abendlicht zerbricht am Koch.  
    Ein Doppelleben zwischen Pflicht und Schein,  
    wer sich am laut’sten klagt, hat meist am meisten Zeit.  

    Der Barber lacht, die Klinge singt ihr Lied,  
    vom echten Leben, das man selten sieht.  
    Und ich denk mir leise: Ist das hier normal,  
    wenn Smalltalk tiefer bohrt als jedes Ritual?  

    Wir sind müde, aber posten: „Keep the grind.“  
    Suchen Tiefe, doch verliern uns im Schein.  
    Und wenn uns einer wirklich fragt, wie’s geht,  
    drehn wir den Spiegel und sagen: „Schon okay.“

  • Vater

    Vater

    Der erste Text, den ich hier veröffentliche ist relativ neu. Entstanden 2025 aus einer Beobachtung in meiner Nachbarschaft.

    Du sitzt da, einfach so,
    jung, unschuldig, mit leerem Blick.
    Im Treppenhaus, ganz still und klein,
    wartend auf ein Stück vom Glück.

    Später, als du immer noch dort bist,
    wird mir klar, was dich so hält:
    Du wartest auf den Vater, der fehlt –
    der dir Nähe gibt, der wirklich zählt.

    Und ich seh mich wieder, Jahre zurück,
    auf der Mauer, Herz schwer und voll.
    Du warst da – doch nie richtig nah,
    sprachst mit Geld, nicht mit Herz zu mir.

    Ich war laut, zu jung, zu roh,
    doch dein Blick trug die ganze Wahrheit:
    Stummer Schmerz, der alles sagte –
    du konntest Liebe nie umarmen.

    Und ich seh mich wieder, Jahre zurück,
    auf der Mauer, Herz schwer und voll.
    Du warst da – doch nie richtig nah,
    sprachst mit Geld, nicht mit Herz zu mir.

    Ich trag dein Schweigen unter meiner Haut,
    hab’s nie gewollt, doch nie getraut.
    Vielleicht war Liebe nur verborgen —
    ein Wort, das keiner von uns aussprach bis zum Morgen.

  • Schreib das auf!

    Schreib das auf!

    Seit drei Jahren habe ich hier nichts mehr veröffentlicht und mich entschieden die alten Posts zu löschen. Es ging um unsere Gesellschaft, Soziales, etc. Ab sofort geht es hier um meine Beobachtungen und Erfahrungen. Denn immer mal wieder schrieb ich das auf. Teilweise schon lange her, teilweise erst kürzlich. Also egal was kommt, es ist echt von mir und so.