Warten

Der erste Text, den ich hier veröffentliche ist relativ neu. Entstanden 2025 aus einer Beobachtung in meiner Nachbarschaft.

Du sitzt da, einfach so,
jung, unschuldig, mit leerem Blick.
Im Treppenhaus, ganz still und klein,
wartend auf ein Stück vom Glück.

Später, als du immer noch dort bist,
wird mir klar, was dich so hält:
Du wartest auf den Vater, der fehlt –
der dir Nähe gibt, der wirklich zählt.

Und ich seh mich wieder, Jahre zurück,
auf der Mauer, Herz schwer und voll.
Du warst da – doch nie richtig nah,
sprachst mit Geld, nicht mit Herz zu mir.

Ich war laut, zu jung, zu roh,
doch dein Blick trug die ganze Wahrheit:
Stummer Schmerz, der alles sagte –
du konntest Liebe nie umarmen.

Und ich seh mich wieder, Jahre zurück,
auf der Mauer, Herz schwer und voll.
Du warst da – doch nie richtig nah,
sprachst mit Geld, nicht mit Herz zu mir.

Ich trag dein Schweigen unter meiner Haut,
hab’s nie gewollt, doch nie getraut.
Vielleicht war Liebe nur verborgen —
ein Wort, das keiner von uns aussprach bis zum Morgen.

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